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12.01.2023

Peter Geldner berichtet in seinem Vortrag über den  Stand seiner Spurensuche nach der im Jahr 170 n. Chr. erbauten vom Pons Aeni in das Legionslager Castra in Regensburg führenden römischen Militärstraße.

Dabei spielt die Straßburg bei Landshut nach seiner Auffassung eine Schlüsselrolle, da in deren Region auch die im Itinerarium Antonini benannte Straßenstation Jovisura verortet werden kann.

Ein Fixpunkt für die gesuchte Straßenführung ist die im Jahr 2000 von Prof. Dr. Bender in Ohu bei Landshut nachgewiesene, von Norden nach Süden führende römische Straßentrasse, welche in Richtung der Straßburg bei Frauenberg weist.

Keramikscherben, gefunden auf dem Gelände der Straßburg, werden bis in das  8. Jh. zurückdatiert. Die Straßburg wie auch die unmittelbar oberhalb liegende Ortschaft Frauenberg gehören auch heute noch zum Hochstift Regensburg. Vor der Kirche von Frauenberg befindet sich ein Altarstein, der in Verbindung mit dem im Jahr 718 verstorbenen Hl. Erhard steht. Es ist überliefert, dass dieser öfters in Frauenberg weilte und dort missionarisch tätig war. 

Damit wird ein Zusammenhang von Frauenberg und der Straßburg deutlich.
Zwei römische Fundstücke, entdeckt durch einen Sondengänger auf dem Hauptfeld der Straßburg, sind, neben ihrem Namen "Burg an der Straß", eine weitere Spur für den in diesem Bereich möglichen Verlauf der gesuchten röm. Militärstraße. 

Über das in diesem Zusammenhang stehende "Projekt Straßburg"
erfolgt ein gesonderter Bericht.

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10.02.2023

Referentin: Dr. Irmtraut Heitmeier 

Ergolding versus Altheim? – Zur Entwicklung der Siedlungslandschaft im Frühmittelalter


Am Übergang von der Spätantike zum Frühmittelalter entstehen die Völker, die heute noch das Geschick Europas prägen. Höchst umstritten ist dabei die Frage: Wer waren die Bajuwaren, woher kommen sie? Der Historikerin Irmtraut Heitmeier ist es zu verdanken, dass die Frühgeschichte der Bayern in einem ganz neuen Licht steht.
Irmtraut Heitmeier und Gerald Huber sprechen über die neueste Erkenntnisse zu diesem Thema in einem hoch interessanten Podcast.
Dabei lernen Sie Irmtraut Heitmeier, unsere Referentin im Februar, kennen.

https://www.br.de/mediathek/podcast/mythos-bayern/neues-von-den-bajuwaren-mit-irmtraud-heitmeier-1000-jahre-bayerische-geschichte/1690172

Ergolding versus Altheim? – Zur Entwicklung der Siedlungslandschaft im Frühmittelalter


Das heute so vertraute Siedlungsbild des ländlichen Bayern, das geprägt ist von Dörfern, Weilern und Einzelhöfen, entstand in seinen Grundzügen im frühen Mittelalter und unterschied sich grundlegend von dem der römischen Zeit. Dass diese neue Struktur keineswegs das Ergebnis zufälliger Niederlassungen und Ansiedlungen war, sondern zielgerichtet und planvoll entstand, konnten archäologische und siedlungsgenetische Forschungen der letzten Jahre zeigen. Dabei eröffnet vor allem eine inhaltsbezogene Interpretation der Siedlungsnamen Einsichten in die Funktion von Siedlungen, in herrschaftliche und wirtschaftliche Zusammenhänge und in die großräumigere Konzeption der Siedlungsorganisation. Der Vortrag will das an Beispielen aus der näheren Umgebung Landshuts, der Münchner Schotterebene und benachbarter Regionen aufzeigen.

Bild aus dem Reihengräberfeld in Weng von Peter Geldner

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Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen am 10. März 2023

Neue Führung nach 18 Jahren

Am Freitag 10. März trafen sich die Mitglieder des Vereins für Archäologie Stadt und Landkreis Landshut (ArLan) im Gasthaus Proske in Ergolding zur Jahreshauptversammlung. 18 Jahre nach Gründung des Vereins standen in diesem Jahr umwälzende Änderungen in der Vorstandschaft an. Gründungsmitglied Peter Geldner legte zur Versammlung die Funktion als erster Vorsitzender nieder, die er seit 2005 innehatte.

Bevor man zum formalen Teil der Neuwahlen schritt, erinnerte Peter Geldner an das verstorbene langjährige Mitglied und den Schriftführer Siegfried Ramsauer.

Mit einem Diavortrag gab Peter Geldner einen unterhaltsamen Einblick in die Aktivitäten, Unternehmungen und erfolgreichen Projekte des Vereins seit 2004. Die damalige Motivation, einen archäologischen Verein zu gründen, war der Verlegung der Kreisarchäologie nach Regensburg geschuldet.
2009 wurde die Stelle für die Kreisarchäologie in Landshut initiiert, die dann 2011 mit dem Verein als Träger ins Leben gerufen und mit Dr. Thomas Richter besetzt wurde. 2013 wurde die Kreisarchäologie vom Landkreis Landshut innerhalb der unteren Denkmalschutzbehörde übernommen.
Der Verein plante und realisierte 2012 den Landshuter Höhenwanderweg, der sich inzwischen großer Beliebtheit vor allem bei Familien erfreut.
Für an der Archäologie Interessierte organisierte der Verein insgesamt 179 Fachvorträge von profilierten Experten. Auf der Vereins-Homepage findet man ein großes Archiv mit über 600 Beiträgen zu Geschichte und Vergangenheit unserer Heimatregion (www.arlan.de).
Neben Peter Geldner legten auch Maria Neudecker als stellvertretende Vorsitzende sowie Sabine Zawazdki, Manfred Pawlik und Rupert Wimmer ihre Ämter als Beisitzende nieder. Die Versammlung wählte daraufhin mit großer Mehrheit Adelheid Kapfhammer aus Adlkofen als neue Vorsitzende. Daneben wurden Josef Geltl als zweiter Vorsitzender, Dr. Thomas Richter als Kassenverwalter und Ralph Bergmann als Schriftführer in die Vorstandschaft gewählt.
Abschließend ernannte die neu bestimmte Vorstandschaft Peter Geldner in Anerkennung seiner überragenden Verdienste für den Verein zum Ehrenvorsitzenden.

Den Originalartikel zur Jahreshauptversammlung aus der Landshuter Zeitung vom 15.03.2023 finden Sie hier.

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Vereinsabend am 12. Mai 23



Der Ehrenvorsitzende Peter Geldner zeigt einen unterhaltsamen Film aus den 90er Jahren über die Straßburg und ihre Bedeutung für die Entwicklung Landshuts.

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9. Juni 2023: Vortrag von Prof. Dr. Thomas Fischer:

Die römische Donaugrenze in Ostbayern und ihr wirtschaftliches Hinterland

Im sehr gut besuchten, man könnte auch geneigt sein, von einem überfüllten Saal des Gasthaus Proske zu sprechen, gab uns der emeritierte Professor für Provinzialrömische Archäologie an der Universität Köln an diesem Abend einen gleichzeitig aufschlussreichen wie unterhaltsamen Einblick in die Lebenswirklichkeit der Menschen im Limes-Hinterland.
Nach der Stationierung der 3. Italischen Legion in Regensburg um 180 n. Chr. waren an der Donaugrenze zwischen Eining und Passau ca. 7000 römische Soldaten stationiert. Um die Militärgarnisonen lagen zivile Ansiedlungen mit mindestens der doppelten Menge an Bewohnern. Alle diese Menschen an der Grenze mussten zum größten Teil aus deren Hinterland versorgt werden. Aber auch der Fernhandel spielte bei der Belieferung der Truppe und ihres zivilen Anhangs mit Waffen, Ausrüstung und Dingen des täglichen Bedarfs eine große Rolle.
Viele Besucher nahmen erkennbar zum ersten Mal an einem ArLan Vereinsabend teil und so gab es denn reichlich Fragen an Dr. Fischer zu Schatzfunden, Grundstückstransaktionen in Regensburg, keltisches Erbe und dem Verbleib der Römerstraße.


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14. Juli 2023: Landshut entwickelt sich. Vortrag von Dr. Isabella Denk

„Landshuts Stadtmauern“ - Über die Entwicklung Landshuts von der Stadtgründung 1203 bis zur Landshuter Hochzeit 1475.

Im Saal des Gasthaus Proske gab die Landshuter Stadtarchäologin Dr. Isabella Denk einen sehr anschaulichen Einblick in ihre Entdeckungen zur Landshuter Stadtgeschichte.
Ab ihrer Gründung 1204 wuchs die noch junge Stadt in rasendem Tempo. Darüber, in welche Richtungen sie wann erweitert wurde, erzählen die Archivalien nur wenig. Der Landshuter Stadtarchivar Theo Herzog fasste 1957 erstmals seine Überlegungen zusammen. Für diese lagen ihm keine archäologischen Ausgrabungserkenntnisse zu Grunde. Die Stadtarchäologie Landshut sammelte in den vergangenen Jahren kleine Einblicke in Landshuts Untergrund zur Fragestellung wie die Ausmaße der mittelalterlichen Stadt Landshut von der Gründung bis zur Landshuter Hochzeit gewesen sein könnten.
Dabei war viel von den heute noch erhaltenen und äußerst stabilen Resten der ehemaligen Befestigung zu bestaunen. Ob sie als tragfähige und tiefe Fundamente für spätere Neubauten, als Zwischenwand, unter dem Fußboden oder gar als historisierende städtebaulicher Nachempfindung auftauchen, Frau Dr. Denk konnte sehr anschaulich erläutern, wie nahe Theo Herzogs Annahmen an der Realität waren und wo sie offensichtlich davon abwichen.


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Ausflug und Führung bei St. Andreas in Altheim


Am 11. August lud ArLan lädt zu einer Sonder-Kirchenführung mit Kirchenpfleger Limbrunner in St. Andreas in Altheim ein.
Die Führung und die Ausführungen Christoph Steins boten viel Diskussionsstoff, so dass das zunächst geplante Referat von Peter Geldner zu Altheims Bedeutung auf den Vereinsabend im September verschoben wurde.
Den Artikel der Landshuter Zeitung zur Veranstaltung finden Sie hier.
Mehr über Altheim hier.


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Was Sie schon immer über Altheim wissen wollten ...


Der Ehrenvorsitzende Peter Geldner vermittelte am Vereinsabend am 08. September einen Einblick in die Geschichte Altheims.
Was geschah zur Zeit der Linienbandkeramik vor 7500 Jahren, welche Funde gibt es aus der Epoche der Stichbandkeramik, was machen die Münchshöfener in Altheim und was hat es mit dem Erdwerk und der Altheimer Kultur auf sich?
Dazu kommen noch Römer, Straßen, Petruskirchen und das frühe Mittelalter als Zutaten für eine detailreiche wie unterhaltsame Reise in die Vergangenheit unserer Region.

Dr. Thomas Richter informierte die Anwesenden über das neue Schatzregal, das seit Juli in Bayern gilt. Die neue Regelung deckt viele Einzelheiten ab. Wesentliches neues Merkmal ist, dass ab sofort alle beweglichen Bodendenkmäler mit dem Fund in den Besitz des Landes Bayern übergehen und jeder Finder verpflichtet ist, Funde dem Landesdenkmalamt zu melden.
 
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10 Jahre drohnengestützte Luftbildarchäologie - Ein Erfahrungsbericht


Im Rahmen der ArLan Vereinsabende gab Stefan Kluthe am 13. Oktober einen Einblick in die Methoden und Verwendung von Drohnen in der Archäologie.

Die Luftbildarchäologie ist seit Jahrzehnten das wichtigste Instrument der Bodendenkmalpflege zur zerstörungsfreien Auffindung und Dokumentation von Überresten Jahrtausende alter Zivilisationen.
In seinem Vortrag "10 Jahre drohnengestützte Luftbildarchäologie - Ein Erfahrungsbericht" zeigte Stefan Kluthe, ehrenamtlich als Drohnenpilot in der Bodendenkmalpflege tätig, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, dass ein archäologischer Luftbildflug erfolgreich gelingt. Anschließend beleuchtete er anhand vieler Beispielaufnahmen die neuen Möglichkeiten der Luftbildarchäologie mit der Drohne, zeigte aber auch die Grenzen dieses noch jungen Verfahrens auf.

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Paläogenetik in der Archäologie



Beim Vereinsabend am 10. November referierte Alexandra Mussauer über die Möglichkeiten der Genforschung in der Archäologie.
Das Forschungsfeld der Paläogenetik stellt, neben der anthropologischen und archäologischen Bearbeitung, eine wichtige Disziplin bei der Untersuchung archäologischer Funde dar. Hierbei wird die erhaltene Erbinformation (DNA) eines verstorbenen Organismus, die sogenannte alte DNA, mithilfe moderner molekulargenetischer Methoden untersucht. Die dabei gewonnenen Informationen können einzigartige Einblicke in die Evolution und Lebensweise längst verstorbener Menschen liefern sowie unser Verständnis zur Entwicklung von Krankheitserregern verbessern. Dadurch können archäologische sowie anthropologische Befunde unterstützt und erweitert werden. Jedoch bleibt durch den Abbau der DNA nach dem Tod eines Organismus, z.B. durch externe Umweltfaktoren, nur ein Bruchteil der ursprünglichen DNA erhalten, was zu Herausforderungen sowie Einschränkungen bei der paläogenetischen Untersuchung archäologischer Funde führt. Im Rahmen des Vortrages wurden neben einer Einführung in die Geschichte und Methodik der Paläogenetik deshalb auch die Möglichkeiten und Grenzen dieses Forschungsfeldes an Beispielen aktueller Studien aufgezeigt werden.
Frau Mussauer ist Doktorandin am Eurac-Forschungszentrum in Bozen und arbeitet dort am Institut für Mumienforschung.

Foto: Eurac Research, Ivo Corra

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Hexenverfolgung in Landshut

Vereinsabend am 08.12.23 mit Dr. Mario Tamme

Dr. Tamme beleuchtete in seinem Vortrag, wohin Aberglaube und irregeleitete Ängste in Krisenzeiten führen können.  
Es ist heute unvorstellbar, wie noch vor wenigen Jahrhunderten mit teils jüngsten „Hexenkindern“ umgegangen wurde. Zwar war Landshut genauso wie das gesamte Herzogtum/Kurfürstentum Bayern keine Hochburg der „Hexenverfolgung“, allerdings wurden noch sehr spät, in den Jahren 1754 bis 1756 vier minderjährige Mädchen als „Hexen“ in der Stadt hingerichtet.
Der Vortrag beleuchtete die „Hexenprozesse“ in Landshut in der Frühen Neuzeit bis hin zum „Bayerischen Hexenkrieg“ in den Jahren 1766 bis1770. Dieser setzte den Verfolgungen schließlich ein Ende.
Den Teilnehmern des Vereinsabends stand der Schrecken über die unsäglichen Geschehnisse vor 250 Jahren in Landshut ins Gesicht geschrieben.

Den Beitrag von Maria Daschinger für die Landshuter Zeitung vom 05.01.2024 finden Sie hier.

Grafik: Peter Binsfeld, Tractat von Bekanntnuß der Zauberer vnd Hexen

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