Pfarrmatrikel als Quellen der Vergangenheit
Pfarrer Johann Schober gelang es, den zahlreichen Besuchern des Vereinsabends in Ergolding, mit vielen praktischen Beispielen und Erläuterungen den Zugang zu historischen Matrikelbüchern zu demonstrieren.
Im Jahr 1536 ordnete das Konzil von Trient an, dass von den Pfarrern Buch über Eheschließungen und Taufen zu führen sei. Fast 350 Jahre oblag es allein den Kirchengemeinden, die wichtigen Momente im Leben unserer Vorfahren zu dokumentieren. Gleichzeitig entstand damit ein Schatz an regionalen Quellen für die Geschichtsforschung. Da ein großer Teil der Kirchenbücher die häufig kriegerischen Zeiten überdauert hat, können Sie uns heute viel aus ihrer Entstehungszeit erzählen.
Ein Großteil der historischen Aufzeichnungen wurde in den letzten Jahren digitalisiert und im Internet zugänglich gemacht. In seinem lebendigen Vortrag erläuterte Pfarrer Johann Schober wie auf die Datenbanken mit den archivierten Dokumenten zugegriffen werden kann.
Hier die Liste mit den Links, die Pfarrer Schober in seinem Vortrag genutzt hat:
https://pfarrei-adlkofen.de/pfarrbrief/
https://data.matricula-online.eu/de/deutschland/regensburg/
https://www.erzbistum-muenchen.de/archiv-und-bibliothek/digitales-archiv
https://www.gda.bayern.de/service/findmitteldatenbank
Den Beitrag von Maria Daschinger für die Landshuter Zeitung vom 02.02.2024 finden Sie hier.
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Nur weniges ist bekannt über die zahlreichen Burgen und Burgställe entlang der Isarleiten zwischen Buch a. Erlbach und Niederaichbach. Lediglich Schloss Kronwinkl und Burg Trausnitz sind heute noch als Burgen vorhanden. Dennoch waren alle diese Burgen und Adelssitze von großer Bedeutung für die Entwicklung unserer Region.
Deshalb hat ArLan dazu einen Arbeitskreis gebildet, der mit Unterstützung des Denkmalamtes Regensburg vorhandenes Wissen unter Mitwirkung von geschichtlich Interessierten ergründen will.
Der Ehrenvorsitzende von ArLan, Peter Geldner, startete dieses Projekt am 9. Februar mit einer einführenden Präsentation über die Burgställe östlich von Landshut. Er schilderte aus seiner Sicht, warum und wann diese Burgen entstanden sein könnten.
Das Ziel des Arbeitskreises ist, die Entwicklung der Regionalgeschichte des Landkreises und im Besonderen die Gründung der Stadt Landshut aus historischen Schriften herauszuarbeiten.
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Vortrag von Dr. Roman Deutinger
Auf den Höhen über der Isar östlich von Landshut gibt es ein ganzes „Nest“ von vier Burgen, die jeweils nur einige hundert Meter voneinander entfernt liegen. Sie sind alle seit Jahrhunderten verlassen, aber mit ihren Wällen und Gräben noch deutlich im Gelände zu erkennen. Der Vortrag von Dr. Deutinger ging auf die Geschichte dieser hochmittelalterlichen Festungen und ihrer Besitzer ein und stellte dabei eine plausible Erklärung für ihre Entstehung auf. Er ging der Frage nach, welche Bedeutung die Adelsfamilien wie die Schaumburger, die Markwarde oder die Grafen von Viehbach hatten und gibt damit eine Erklärung, auf welche Weise diese außergewöhnliche Dichte an Burgen zustande gekommen ist.
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Am 12. April trafen sich die Mitglieder zur turnusmäßigen Jahreshauptversammlung im Gasthaus Proske.
Neben dem formellen Protokoll wie dem Kassenbericht, dem Tätigkeitsbericht des Schriftführers und der Entlastung der Vorstandschaft erläuterte die Vorsitzende Adelheid Kapfhammer von ihren Untersuchungen zur Lage der Bevölkerung während des 30-jährigen Krieges. Der Ehrenvorsitzende Peter Geldner hielt ein Kurzreferat zu seinen neuesten Erkenntnissen der Besitzverhältnisse der fünf Burgen östlich von Landshut während des 12. und 13. Jahrhunderts und Christoph Stein ermunterte die Anwesenden zur Mitarbeit bei dem Kooperationsprojekt mit dem Landesverein für Heimatpflege. Dabei geht es um den Aufbau einer Online-Datenbank mit lokalen, geschichtsträchtigen Denkmälern. Dazu ist ein Vortrag von Herrn Büttner vom Landesverein im Juli geplant.
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Wundversorgung vom Mittelalter bis zur Neuzeit
Auf dem Vereinsabend am 10. Mai gab uns der Mediziner und Arzt des Sanitätsdienstes der Bundeswehr einen Einblick in die oft hoffnungslose Lage Verletzter und Verwundeter auf den Schlachtfeldern der Vergangenheit. Dr. Christian Gamel beleuchtete dabei die Situation der Wundversorgung vom Mittelalter bis in die Neuzeit.
Wir konnten dabei erfahren, was ein Reiter der Schlacht von Gammelsdorf 1313 nach einer Verletzung zu erwarten hatte. Wer hat eigentlich die Verbandwatte und das Pflaster erfunden? Was wissen wir aus den Aufzeichnungen des Fechtmeisters Paulus Pal auf der Fechtschule der Burg Landshut? Wie ging es den Soldaten auf den Napoleonischen Feldzügen, ohne Narkose, Desinfektion und Antibiotika?
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„Gewusst wo?“ lautete das Motto für den Vortrag von Stadtarchivarin Dr. Susanne Wolf am Dienstag 25. Juni . Sie erklärte, wie man vorgehen muss, wenn man in Archiven – es gibt ja kirchliche, staatliche und kommunale Archive – Originaldokumente zu einem Forschungsthema sucht. Welche Online-Portale bieten Digitalisate von Originalquellen? Wie entschlüssle ich schließlich ein altes Schriftdokument, geschrieben in deutscher Kurrentschrift und altertümlicher Sprache? Inzwischen gibt es zahlreiche Online-Angebote, die beim Lesenlernen alter Schriften helfen. Sogar kostenfrei zugängliche KI bietet hier inzwischen Möglichkeiten. Auch auf das Interpretieren von historischen Schriftzeugnissen wurde anhand von Beispielen eingegangen, denn vom Fakt zum Fake ist es oft nur ein kurzer Weg.
Foto: Apostolisches Archiv des Vatikans (Wikimedia Commons)
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Oh ein Bodendenkmal!
Bauvorhaben, Archäologie und Bodendenkmalpflege
Nicht selten stehen Bauherren vor der Herausforderung, dass sich auf ihrem Grund ein Bodendenkmal befindet. Das Ziel der Denkmalpflege ist der Erhalt der Originalsubstanz am ursprünglichen Ort. Im Widerspruch dazu wird das Bodendenkmal bei einer archäologischen Ausgrabung entfernt. Was bleibt sind die Funde und die angefertigte Dokumentation, die wiederum grundlegende Quellen zum Verständnis vergangener Epochen sind.
Als Bauherr hat man in der Regel auch klare Zielvorstellungen.
Wie lassen sich die Interessen der Bauherren mit denen der Denkmalpflege und der Archäologie in Einklang bringen? Wie findet man sich in diesem Spannungsfeld zurecht? Und welche Hilfestellung darf man dabei erwarten?
Der Vortrag von Dr. Ruth Sandner am Vereinsabend erklärte die Aufgaben der Bodendenkmalpflege und der Archäologie und stellte ihr Zusammenwirken dar. Dabei wurden Möglichkeiten vorgestellt, wie bei der Realisierung von Bauvorhaben auch der Schutz von Bodendenkmälern berücksichtigt werden kann. Denn nicht immer ist eine vollständige archäologische Ausgrabung die einzige Möglichkeit auf dem Weg.
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Feierstunde am 24. Juli in München
Der langjährige ArLan Vorstand, Gründungsvorstand und Ehrenvorsitzende erhielt am 24. Juli die bayerische Denkmalschutzmedaille für sein ehrenamtliches Engagement in der Bodendenkmalpflege.
Neben vielen archäologischen Funden, der Einrichtung des Landshuter Höhenwegs und der Erforschung der Geschichte der Straßburg wurden Peters Verdienste in der Einrichtung und Verstetigung der Stelle des Kreisarchäologen gewürdigt. Sein Wirken ist nicht nur von großem Nutzen für die Denkmalpflege vor Ort, sondern reicht auch tief in die lokale Gesellschaft hinein und vermittelt dort das Interesse für Archäologie.
(Foto: S. Mayer)
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In der hügeligen Landschaft des oberen Donauraums stellt das neolithische Feuersteinbergwerk von Arnhofen ein überregional bedeutendes archäologisches Denkmal dar. Unzählige Funde aus dem feinkörnigen, grau gebänderten Arnhofener Hornstein des frühen Neolithikums sind belegt und dokumentiert. Systematischer Bergbau beginnt in Arnhofen mit der Linienbandkeramik und erreicht mit dem mittleren Neolithikum seinen Höhepunkt. Entlang der Donau, vom Rhein-Main Gebiet bis in die Elbe-Saale Region und nach Böhmen ist Arnhofener Hornstein über viele Jahrhunderte die dominierende Rohstoffquelle für neolithische Werkzeuge. In seinem Vortrag am 17. September stellte Ralph Bergmann den neolithischen Feuersteinabbau in Abensberg-Arnhofen in einem ersten Überblick vor. Dabei wurde auf die Entstehung und besondere Genese des Feuersteins in Arnhofen eingegangen und seine Lagerstätte kurz umrissen. Die archäologische Forschungsgeschichte sowie das eigentliche neolithische Bergwerk, sein Aufbau und die Abbaumethoden wurden dargestellt. Mit den Erkenntnissen zu Abbaumengen und Nutzungsdauer skizzierte Ralph Bergmann mit seinem Vortrag ein lebhaftes und nachvollziehbares Bild des Hornsteinabbaus vor 5000 Jahren.
Foto: M. M. Rind
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Vortrag von Dr. Thomas Richter
In seinem vielbesuchten Vortrag stellte Dr. Thomas Richter die Highlights aus etwa 120 archäologischen Ausgrabungen in verschiedenen Gemeinden des Landkreises Landshut vor.
Es ging vom Steinzeithaus mit Heizung in Spitzlberg über frühmittelalterliche Friedhöfe und Dörfer, einem Reiter mit golddurchwirkten Stirnband in Bayerbach, einem steinzeitlichen Hund aus Altdorf bis zur mittelalterlichen Stadtbefestigung von Vilsbiburg.
Foto: Ausgrabung einer Grube aus der frühmittelalterlichen Siedlung von Ast
(Foto: Kreisarchäologie Landshut).
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Vortrag von Amira Adaileh, M.A.
Die Jäger und Sammler der Altsteinzeit besiedelten Mitteleuropa über hunderttausende Jahre hinweg. Trotz ihrer exzellenten Anpassung an verschiedene klimatische Verhältnisse, bricht die Besiedlung mit dem Einsetzen des letzten glazialen Maximums der Würm-Eiszeit um 24.000 v. Chr. ab und weite Teile Mitteleuropas bleiben unbewohnt. Erst nach 16.000 v. Chr. wird dieser Teil des Kontinents wieder besiedelt. Was aber passiert in der Zwischenzeit, wo sind die Menschen und welche Hinweise auf diese Fragen können uns bayerische Fundstellen geben?
Die Archäologin Amira Adaileh ging diesen spannenden Fragen in Ihrem Vortrag am 19. November nach.
(Foto: ©Archäopark Vogelherd; Marc Steinmetz).
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Prospektion von Bodendenkmälern aus dem Weltall
Fernerkundung hat die Archäologie revolutioniert, indem sie innovative Technologien wie Satellitenbilder, Drohnen und LiDAR einsetzt, um antike Strukturen sichtbar zu machen. Diese Techniken ermöglichen es, verborgene Stätten selbst in dicht bewaldeten oder schwer zugänglichen Gebieten zu identifizieren. Satelliten liefern globale Perspektiven, während LiDAR präzise topografische Daten bereitstellt. Drohnen ergänzen diese Ansätze durch hochauflösende Aufnahmen aus niedrigen Höhen. Anhand prominenter Projekte wie der Entdeckung von jungsteinzeitlichen Bergheiligtümern im Vorderen Orient wird die wissenschaftliche und kulturelle Bedeutung dieser Methoden hervorgehoben. Die Verbindung von moderner Technologie und Archäologie eröffnet nicht nur neue Forschungsfelder, sondern trägt auch zum Schutz des kulturellen Erbes bei.
In seinem Vortrag am 11. Dezember ging Dr. Kemal Moetz auf spektakuläre Entdeckungen durch Fernerkundung wie Göbekli Tepe ein und erläuterte die vielfältigen Möglichkeiten moderner Satelliten auch für unsere Region.
Die Präsentation von Dr. Moetz finden Sie hier.
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